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Recht und Bewilligungen

Grundverkehr in Österreich: neun Bundesländer, neun Grundverkehrsregime.

Wer in Österreich Immobilien erwirbt, bewegt sich in landesrechtlichen Grundverkehrsregeln. Was für EU-Bürger, Drittstaatsangehörige und Käufer aus der Schweiz gilt, welche Gesetze massgeblich sind und welche Kosten anfallen.

Stand Oktober 2026Geprüft 1. Oktober 2026Quellen am Seitenende

Was ist der Grundverkehr in Österreich?

Der Grundverkehr regelt, wer in Österreich Grundstücke erwerben darf und unter welchen Bedingungen. Zuständig sind die Bundesländer, jedes mit eigenem Gesetz. Staatsangehörige der EU und des EWR sind beim Erwerb österreichischen Staatsangehörigen grundsätzlich gleichgestellt. Für Drittstaatsangehörige ist in der Regel eine Genehmigung nötig, wobei bilaterale Abkommen und landesrechtliche Ausnahmen bestehen. Hinzu kommen je nach Bundesland Regeln für land- und forstwirtschaftliche Flächen und für Freizeitwohnsitze.

Bundesländer

Die massgeblichen Landesgesetze.

Stand Oktober 2026. Links führen auf die konsolidierte Fassung im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) bzw. auf die Landesverwaltung.
BundeslandGesetz (amtliche Fassung)Hinweis
WienWiener AusländergrunderwerbsgesetzErwerb durch ein Ehepaar ohne Genehmigung, wenn ein Ehegatte die österreichische Staatsbürgerschaft hat (oesterreich.gv.at).
NiederösterreichNÖ Grundverkehrsgesetz 2007–
BurgenlandBurgenländisches Grundverkehrsgesetz 2007Negativbestätigung möglich, wenn ein Erwerb offenkundig keiner Genehmigung bedarf.
OberösterreichOö. Grundverkehrsgesetz 1994–
SteiermarkSteiermärkisches GrundverkehrsgesetzIn Graz benötigen Drittstaatsangehörige laut oesterreich.gv.at keine Genehmigung.
KärntenKärntner Grundverkehrsgesetz 2002 (K-GVG)–
SalzburgSalzburger Grundverkehrsgesetz 2023Seit 2023 gilt ein neues Grundverkehrsgesetz; ältere Darstellungen beziehen sich oft noch auf die Fassung von 2001.
TirolTiroler Grundverkehrsgesetz 1996–
VorarlbergGrundverkehrsgesetz (Vorarlberg)–

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Bei Mandaten koordiniert SIW & Partners auf Wunsch entsprechend qualifizierte Fachpartner.

Käufer aus der Schweiz

Die Regel, die oft falsch dargestellt wird.

Die Schweiz ist weder EU- noch EWR-Mitglied. Schweizer Staatsangehörige sind deshalb nicht automatisch wie EU-Bürger gleichgestellt. Eine Gleichstellung kann sich aus dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU ergeben: Nach der Rechtsprechung, etwa des Landesverwaltungsgerichts Tirol, setzt sie insbesondere ein Aufenthaltsrecht voraus und einen Bezug des Erwerbs zur Erwerbstätigkeit oder zum Hauptwohnsitz in Österreich.

Für den Kauf einer Ferien- oder Anlageimmobilie ohne Wohnsitz in Österreich ist deshalb in der Regel das landesrechtliche Verfahren für Ausländer massgeblich. Ob eine Genehmigung oder eine Bestätigung nötig ist, lassen wir vor jeder Bindung durch Fachpartner vor Ort prüfen. Ausführlich: Immobilie in Österreich kaufen als Schweizer.

Kosten

Steuern und Gebühren beim Erwerb und Verkauf.

Stand Oktober 2026. Quellen: BMF, oesterreich.gv.at, Unternehmensserviceportal.
PositionSatzBemerkung
Grunderwerbsteuer3,5 %grundsätzlich vom Wert der Gegenleistung, bundesweit einheitlich
Eintragungsgebühr Grundbuch1,1 %für die Eintragung des Eigentumsrechts
Pfandrechtseintragung1,2 %vom Wert des Pfandrechts, wenn finanziert wird
Immobilienertragsteuer beim Verkauf30 %seit 1.1.2016; Befreiungen unter anderem für den Hauptwohnsitz unter Voraussetzungen
Ablauf

So läuft ein Erwerb typischerweise ab.

  • Prüfung der Erwerbsberechtigung nach dem Landesgesetz, bei Bedarf Antrag auf Genehmigung oder Bestätigung
  • Kaufvertrag, errichtet durch Notariat oder Anwaltschaft, oft mit Treuhandabwicklung des Kaufpreises
  • aufschiebende Bedingung für die grundverkehrsbehördliche Genehmigung, damit die Bindung erst mit Genehmigung wirksam wird
  • Selbstberechnung und Abfuhr der Grunderwerbsteuer, Grundbuchsgesuch beim Bezirksgericht
  • Eintragung des Eigentums im Grundbuch

Die vertragliche Ausgestaltung übernehmen Notariat und Anwaltschaft; wir koordinieren den Ablauf und die Abstimmung mit Käufer, Verkäufer und Bank.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen.

Brauchen Deutsche in Österreich eine Genehmigung?

Deutsche Staatsangehörige sind als EU-Bürger österreichischen Staatsangehörigen grundsätzlich gleichgestellt. Unabhängig davon können landesrechtliche Regeln für Freizeitwohnsitze oder land- und forstwirtschaftliche Flächen gelten.

Gilt in Wien dasselbe wie in Tirol?

Nein. Jedes Bundesland hat ein eigenes Gesetz. In Wien gilt das Wiener Ausländergrunderwerbsgesetz; in Tirol das Tiroler Grundverkehrsgesetz, das zudem Freizeitwohnsitze eng regelt.

Was ist eine Negativbestätigung?

Die Bestätigung einer Behörde, dass ein Erwerb keiner Genehmigung bedarf. Sie wird je nach Bundesland für das Grundbuch benötigt, etwa im Burgenland, wenn offenkundig keine Genehmigungspflicht besteht.

Nächster Schritt

Erwerb in Österreich prüfen lassen.

Wir koordinieren die grundverkehrsrechtliche Prüfung mit Fachpartnern im jeweiligen Bundesland.